Kai Morasch beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit dem Bereich interaktive Webinare (auch bekannt als Online-Seminare und Teleseminare). Zusammen mit seiner über 15-jährigen Tätigkeit im Marketing von Hardware, Software und Dienstleistungen kann er auf umfangreiche Erfahrungen zur Moderation und Präsentation zurückgreifen. Hiervon können Sie direkt profitieren.
Hr. Christian Oberwetter wird am 20. April bei anwaltsseminare24 das Online-Seminar "Social Media für Rechtsanwälte - so profitiert auch Ihre Kanzlei davon" halten. Wichtig für dieses Thema sind bereits die ersten grundsätzlichen Überlegungen.
Auszug aus dem Buch „Social Media für Rechtsanwälte“ von Christian Oberwetter Copyright: Wolters Kluwer Deutschland GmbH
Erste Überlegungen für den Eintritt in Social Media
Wenn Sie soziale Medien gewinnbringend für die Kanzlei einsetzen möchten, müssen Sie einen Teil Ihrer Zeit darin investieren. Es gibt nicht den bequemen Weg, sich kurz mal in den verschiedenen sozialen Netzwerken zu registrieren, ein paar Informationen einzuspeisen und dann auf den Mandatseingang warten: Dafür sind Soziale Netzwerke nicht geschaffen. Wer über das Internet Mandate generieren möchte bzw. Mandanten an sich binden möchte, muss mehr bieten, als eine statische Darstellung.
Sie füllen Seiten nicht lediglich mit Informationen, sondern interagieren mit (potenziellen) Mandanten. Nur lebendige Seiten sind interessant, das sollten Sie im Hinterkopf behalten und reaktionsschnell und mit einer gewissen Frequenz agieren. Es versteht sich von selbst, dass Sie nicht in einer Juristensprache dozieren sollten, sondern Inhalte allgemein verständlich darstellen. In der Darstellung kann es graduelle Unterschiede geben: Wer sich an ein bestimmtes Klientel wendet, sollte dessen Sprache sprechen. Fokussieren Sie Ihre Gedanken auch nicht ausschließlich auf die Ansprache von Mandanten. Zumindest genauso wichtig ist es, mit Kommunikatoren in Verbindung zu treten, die ihre Beiträge interessant finden und weiter verbreiten. Denken Sie an den Kontakt zu Journalisten, zu Verbänden und nicht zuletzt zu Kollegen. Ich empfehle Ihnen, die Kommunikation zudem selbst wahrzunehmen.
Der Gedanke, dass doch der Referendar oder die studentische Hilfskraft die Arbeit übernehmen könnte, ist selbstverständlich verlockend. Ich will den Einsatz von Studenten und Referendaren auch gar nicht verdammen. Letztlich sind Sie es aber, der mit den sozialen Medien umgehen soll. Die Stationszeit eines Referendars ist begrenzt und Studenten verabschieden sich auch hin und wieder. Dann muss Ersatz eingearbeitet werden. Im Übrigen sollten Sie bedenken, dass die Inhalte unter Ihren Namen veröffentlicht werden. Da lohnt es sich, genau zu wissen, was denn da über den Tisch geht. Und noch etwas anderes: Wenn Sie bloggen, geht es nicht nur um Mitteilung der Inhalte, sondern auch den Schreibstil, mit dem diese Inhalte transportiert werden. Ihr Publikum in den Sozialen Medien liest ihren Blog, weil ihm die Form der Darstellung gefällt. Schreibt einmal der Referendar, dann wieder sie, dann die studentische Aushilfe, wird die Einheitlichkeit der Darstellung gestört. Gut möglich, dass ihr Blog dann an Authentizität verliert.
Betrachten Sie ihr Auftreten in den Sozialen Medien als Chefsache. In ihrer Kanzlei würden sie ein Beratungsgespräch auch selbst führen und dem Mandanten nicht den Studenten vorsetzen, der in der Sache auch schon recht firm ist. Wenn Sie einen Blog betreiben, sollten Sie bereit dazu sein, täglich Beiträge schreiben zu können, diese einzustellen und zu verbreiten. Das ist der Grundsatz. Sie sollen natürlich nicht gedankenlos irgendwelche Beiträge auf den Blog stellen, nur damit sie täglich dabei sind. Nach einiger Zeit werden sie ein Gefühl dafür bekommen, mit welcher Taktung sie schreiben. Und denken Sie daran: Ihre potenziellen Mandanten wollen Kommunikation teilen. Sie wollen ihre Inhalte nicht nur konsumieren, sondern dazu Stellung nehmen. Kommentieren sie gleichfalls die Beiträge; aber auch hier gilt: nicht zu allem muss etwas in den Äther geschickt werden. Bevor Sie loslegen: Schauen Sie sich die einzelnen Dienste genau an, machen Sie sich mit den Regeln vertraut und mit den Funktionen. Besuchen Sie andere Seiten und schauen Sie, wie dort kommuniziert wird. Das müssen nicht ausschließlich Anwaltsseiten sein. Anwälte können von anderen Branchen viel lernen.
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